Sonstige

Sonstige Störungsbilder

Myofunktionelle Störungen

Lispeln, regulierungsbedürftige Zahnfehlstellungen oder Schmerzen in der Kiefergelenken können durch eine sogenannte myofunktionelle Störung bedingt sein. Die äußeren und  inneren Muskeln im Bereich des Mundes befinden sich nicht mehr im muskulären Gleichgewicht oder sind aus unterschiedlichen Gründen geschwächt. Viele Kinder atmen aufgrund einer geringen Lippenspannung immer durch den Mund und sind dadurch besonders infektanfällig. Die Zunge spielt in diesem komplexen Gefüge eine bedeutende Rolle: Die Zungenbewegung beim unphysiologischen Schluckmuster entwickelt große Kräfte und kann – steter Tropfen höhlt den Stein – das harte Gewebe des Gaumens und des Kiefers so verformen, dass eine kieferorthopädische Behandlung notwendig wird.
Wir arbeiten störungsspezifisch und haben dabei den ganzen Menschen im Blick. Kinder erlernen im spielerischen Rahmen, wie sie an den Lippenschluss denken,  ihre Zungenmuskeln trainieren und den natürlichen Zungenplatz im Mund finden können. Sobald diese Bewegungsmuster physiologisch angebahnt und automatisiert sind, kann mit der Therapie der Aussprachestörung (z.B. Lispeln) begonnen werden. Eine myofunktionelle Behandlung kann auch im Jugend- oder Erwachsenenalter,  z. B. als Ergänzung zu einer kieferorthopädischen Maßnahme, indiziert sein.

Weitere Auskünfte über unser Therapieangebot im Bereich Myofunktionelle Störungen erteilt Ihnen gern Bettina Glück (Tel. 0821/4409214, E-Mail: folgt).

Lese-Rechtschreibstörungen

Kinder mit einer Lese-Rechtschreib-Störung bzw. einer Legasthenie haben ausgeprägte Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und der Rechtschreibung, obwohl ihre Intelligenz im normalen oder sogar überdurchschnittlichen Bereich liegt. Typische Symptome dieser genetisch bedingten Schwäche sind das Auslassen oder Vertauschen einzelner Buchstaben beim Lesen und Schreiben. Selbst nach intensiver Übungsphase zeigen sich hohe Fehlerquoten beim Abschreiben von Texten oder unbekannten Diktaten. Das Lesetempo ist oft stark verlangsamt und der Sinn des Gelesenen kann nicht wiedergegeben werden. Frustration, Schulangst oder psychische Auffälligkeiten sind die Folge der hohen emotionalen Belastung und können sich, wenn sie unbehandelt bleiben, auch auf nicht-schulische Lebensbereiche auswirken.
Wir behandeln Lese-Rechtschreibstörungen, denen eine auditive Wahrnehmungsschwäche zugrundeliegt. Diese kann sich zunächst auch  in einer Sprachentwicklungsverzögerung oder Aussprachestörung äußern. Bereits im Vorschulalter fördern wir phonologische Fähigkeiten wie die Analyse eines Wortes oder die Synthese von Einzellauten, denn sie stellen den zentralen Faktor für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb dar. Schulkinder werden mit Hilfe sprachspezifischer Trainingsprogramme, deren Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen ist, in ihrer alphabetischen und orthographischen Entwicklung gefördert und erlernen Strategien, wie sie sinnvoll mit ihrer Störung umgehen können. Auch die Eltern werden  therapiebegleitend unterstützt und beraten.

Weitere Auskünfte über unser Therapieangebot im Bereich Lese-Rechtschreibstörungen erteilt Ihnen gern Bettina Glück (Tel. 0821/4409214, Bettina.Glueck(at)bkh-augsburg.de ).

Stimmrehabilitation nach Kehlkopfentfernung (Laryngektomie)

Der Verlust des Kehlkopfes als Stimm- und Atmungsorgan ist ein tiefgreifendes Ereignis im Leben eines Menschen.

 

Dazu bieten wir folgendes an: 

  • Ausführliche Beratung über die Möglichkeiten, nach der Operation wieder zur Stimme und damit zum Sprechen zu kommen. Im Idealfall findet diese Aufklärung bereits vor der Operation statt.
  • Logopädische Therapie je nach Bedarf:
    1. Aufklärung über die schwerwiegenden körperlichen und stimmlichen Veränderungen nach der Operation und deren Kompensationsmöglichkeiten. Dazu gehören auch fachlich fundierte Informationen über die notwendigen Hilfsmittel, die im täglichen Leben angewendet werden.
    2. Anbilden einer körpereigenen Speiseröhren-Ersatzstimme: Ructusstimme oder Stimme durch Shunt-Ventil
    3. Erlernen des Sprechens mit der elektronischen Sprechhilfe
    4. Beratung der Angehörigen: hier werden Gespräche mit Angehörigen angeboten, da der Verlust der Stimme zu besonderen Verständigungsproblemen in Partnerschaft und Familie führt.  

 

 

Ziel der Therapie ist es, die verbale Kommunikationsfähigkeit des betroffenen Menschen so weit wie möglich wieder herzustellen.

Weitere Auskünfte über unser Therapieangebot im Bereich Stimmrehabilitation nach Laryngektomie erteilt Ihnen gern Hannelore Böhnke (Tel. 0821/4409215, Hannelore.Boehnke(at)bkh-augsburg.de).